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Homo Erectus

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4. Bilzingsleben in Thüringen / Sachen-Anhalt

Ausschnitt aus dem Text von Frank Grotelüschen "Der aufrechte Mensch von Bilzingsleben"

"Am Rande des kleinen Sees drängen sich drei primitive Hütten, vor ihnen glimmt Holzkohle in den Feuerstellen. Einige Meter weiter werden Steine geschlagen und Tiere gehäutet - von Gestalten mit mächtigen Augenwülsten, fliehender Stirn langgestrecktem Hinterschädel und breiter Nase. Den Urmenschen bietet die flache Uferterrasse einen idealen Lagerplatz: Der See schützt vor Raubtieren, ein kleiner Quellbach sorgt für frisches Trinkwasser, und der angrenzende Berghang ermöglicht einen weiten Blick über das Tal.

Als Jahre später der Wasserpegel zu steigen beginnt und der See über die Ufer tritt, hat das Idyll ein Ende. Die Urmenschen packen das Nötigste zusammen und ziehen davon, um eine neue Bleibe zu suchen. Der Rest bleibt liegen, der Lagerplatz verwaist - und wird durch Überschwemmung und die anschließende Kalkablagerung nahezu perfekt konserviert.

400000 Jahre später geraten die versteinerten Überreste des urtümlichen Lagers zur archäologischen Sensation . 1974 ist der kleine See längst verschwunden, an seiner Stelle liegt heute ein aufgelassener Steinbruch, eineinhalb Kilometer vom thüringschen Dorf Bilzingsleben entfernt. Als der Archäologe Dietrich Mania im Steinbruch nach geologischen Spuren des eiszeitlichen Klimas fahndet, stößt er auf die Reste des archaischen Lagerplatzes - eine Fundstätte, die viel über die Kultur der Urmenschen verrät."

- ständige Forschungsgrabungen in Bilzingsleben vom Archäologen Mania und seinem Team


Zitat von Mania: "Da liegt alles herum, wie man es damals hinterlassen hat: Große Ambose, auf denen gearbeitet wurde, sperrige Geweihe, große Knochen von Nashorn und Elefant, die man als Rohstoff für die Geräte benutzt hat. Dann die vielen kleinen Feuersteinwerkzeuge zum Bearbeiten von Holz oder Pflanzenfasern und zum Zerlegen von Tieren. Die Menschen vor 400000 Jahren verfügten über Kulturtechniken, die die Forschung ihnen lange Zeit nicht zugetraut hat."

- Archäologen entdeckten systematische Strichfolgen auf Knochenwerkzeugen

Mania: "Die können nicht zufällig bei einer Arbeit entsanden sein. Da hat sich derjenige, der das mit dem Feuersteinmesser eingeritzt hat, etwas dabei gedacht. Und die Mitgleider seiner Gruppe wußten genau was das zu beideuten hat"

- Schlußfolgerung: besaß bereits abstraktes Denken
- Benutzung von 2 m langen Speeren außerordentliche technische Fertigkeiten
- jagten die o.g. Tiere, weil pflanzliche Nahrung nicht ausreichte
- Lagerstätte ist so groß wie ein Fußballfeld

Zitat: "Wenn wir nicht wüßten daß dieses Pflaster 400000 Jahre alt ist, würden wir es ohne Probleme einem mitteralterlichen Hof zuschreiben"

- Freilegung eines Quadratmeters kostet 1 Woche zeit
- Mania will ein Museum mit Forschungsabteilungen einrichten, aber kein Geld

Mania: "Wir haben die zur Zeit wichtigste Fundstelle dieser frühen meinschlichen Kulturperiode weltweit. Sie verrät uns eine einmalige Fülle von Details über die damaliege menschliche Kultur.
- ca. 5,5 Tonnen Fundmaterial
- ca. 500 000 Fundstück

Abschluß: Zeitungsartikel vorlesen


Forscher: Erster Mensch war ein Chinese

Peking - Er war von Kopf bis Fuß behaart, knappe 60 Kilogramm schwer: Unser Urahn, der "Homo erectus". Bisher glaubten Wissenschaftler, daß der erste Mensch in Afrika das Laufen lernte. "Falsch", behauptet jetzt ein Forscher aus Peking, "China ist die Wiege der Menschheit".
Ein über zwei Millionen Jahre alter Beckenzahn dient Dr. Huang Wanbo als Beweis für seine revolutionäre These: Das uralte Beißwerkzeug habe einst einem aufrecht gehenden "Homo erectus" gehört, der die Steppen der Jangtze-Region durchstreifte. Bisher glaubte die Wissenschaft, daß sich der Urmensch vor zwei Millionen Jahren aus dem "Homo habilis" (dem ersten Werkzeugbauer) in Afrika entwickelte.
Dr. Wanbo dazu: "Unser "Homo erectus" hat sich zumindest parallel zu seinem afrikanischen Artgenossen entwickelt."
Der erste Mensch, ein Chinese? Ein Prestigegewinn, den sich die sonst knauserige chinesische Regierung nicht entgehen läßt - sie spendiert dem Wissenschaftler 1,4 Millionen DM Fördergelder.
  
Weltgeschichte (Gebundene Ausgabe)
von Jürgen Mirow
Siehe auch:
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Das kleine Einmaleins des klaren Denkens: 22...
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